Von Kleidern und Fröschen ♥

Heute gibt es mal einen Repost aus 2014, der nun genau 2 Jahre her ist. Wir reisen zurück in eine Zeit meines Lebens, in der wohl jede Frau Kopfkarussell fährt: Die Brautkleidsuche...


Ein Tag im Februar. Der Wecker klingelt. Ein kurzer Blick auf die Uhrzeit. 04.40 Uhr. Verwirrung. Es ist Samstag und selbst Montag oder Dienstag oder Mittwoch würde ich niemaaaaals so früh….und dann fiel der Groschen bzw. die Krone. Die dänische Krone. Kopenhagen! Brautkleidsuche. Heute. Yeah.

 

Meine Freundinnen Kati und Sandra begleiteten mich auf die 6 Uhr Fähre, wo wir in aller Ruhe deutsch-dänische Köstlichkeiten und Unmengen von Kaffee verschlangen.

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Zwischen Fernweh, Vorfreude und Zweifeln...

Ich mag nicht mehr! Der lange Winter steckt mir in den Knochen. Knochen. Ja, Mama sein ist ein Knochenjob! Wohl der schönste Job auf der Welt aber eben auch einer ohne Urlaubsanspruch.

 

Da ich meine Turnerkarriere beendet habe (bevor sie überhaupt begann)war ich ziemlich sicher, dass mir die Fähigkeit, einen eleganten Spagat hinzulegen mittlerweile abhanden gekommen sein müsste. Aber: Ich kann es noch. Zumindest im Geiste. Applaus.

 Gestern zum Beispiel hatte ich...

...ein krankes Kind. Einen kranken Mann. Ein Geburtstagskind. Geburtstagsgäste. Eine unter Quarantäne gestellte Wohnung nach einem Bombenabwurf. Hunger. Einen wichtigen Kundentermin. Und die Frage:

Wie machen??? 

 

Für einen kurzen Moment schien die Lösung "Buddel dich ein und komm erst morgen wieder raus. Oder nächste Woche. Oder flieg weit weg." großes Potential zu haben. Aber da der Boden in meinem Garten gefroren, der Spaten verschwunden und der Privatjet nicht vollgetankt war, lehnte ich diese Optionen ab und stellte mich dem 1.März.
(Schließlich hatte ich 7 Jahre zuvor auch einen anstrengenden Tag und das Ergebnis ist echt ganz gut geworden ;-) 


Aus dem anfänglichen Chaos wurde ein wunderschöner Tag, an dessen Ende ich so gut schlief wie schon lange nicht mehr... 


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...über den Wert der Liebe. Heute und Gestern.

 

 

"Die jungen Leute geben zu schnell auf." hör ich die ältere Dame beim Bäcker zu ihrer Bekannten sagen. Ihre Tochter lässt sich scheiden.

 

Stimmt das?

Oder ist es vielleicht einfach nur schwieriger geworden, glücklich zu sein?

 

 

Ich musste an meine Großtante und ihren Mann denken. An Heinz und Hanni: die tapfersten Menschen der Welt...zumindest für mich.

 

 

Hanni erzählt mir oft von ihrem Kennenlernen. Damals auf der Faschingsfeier in Thüringen.

4 Jahre später sagen sie JA zueinander, JA zu einer Familie. Aber der Kinderwunsch bleibt unerfüllt. Wie ungerecht. Aber sie klagen selten.

Kümmern sich stattdessen aufopferungsvoll um uns: die Kinder, Enkel und Urenkel ihrer Schwester - und sind glücklich dabei.

 

Sie lieben das Leben. Trotz der kleinen Stolpersteine und der vielen Arbeit. Doch dann (vor etwa 15 Jahren) bröckelt das Glück. Ein Streit entzweit Hanni und ihre Schwester - Heinz wird krank. Ein Hirntumor.

 

Wo andere Frauen eine ganze Schar an helfenden Verwandten haben, hat Hanni im Grunde nur sich (und ihre Nichten und Neffen aus der Ferne).

 

Die Ärzte geben Heinz auf. Hanni nicht. Zu Hause bringt sie ihm das Sprechen, das Lesen, das Essen, das Gehen - einfach alles - mühevoll wieder bei. Und hält ihr Versprechen, an ihrer goldenen Hochzeit mit Heinz zu tanzen.

 

Einige Jahre später erleidet Heinz einen Schlaganfall und wird erneut zum Pflegefall. Doch Hanni - mittlerweile 80 - kämpft für ihn. 

Und heute bin ich sicher, dass Heinz auch für sie gekämpft hat. 

 

Nach weiteren schwierigen aber immerhin gemeinsamen Jahren - in denen sich meine Tante so unglaublich selbstlos um ihren Heinz im Rollstuhl gekümmert hat - kommt der Krebs zurück. Lungenkrebs.

 

Heinz stirbt am 10. Februar 2016 (meinem Geburtstag) im gemeinsamen Schlafzimmer an der Seite seiner Hanni, nach 67 (gem)einsamen Jahren. Zwei Tage vor ihrem Kennenlerntag. 

Als Heinz abgeholt wird, steckt Sie ihm ihr Foto und eine Blume in die Brusttasche seines Schlafanzuges, damit er auf seinem Weg nicht allein ist...

 


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Nichts ist unendlich...

»du bist zu hause. für mich. warst immer da. für mich. liebst mich. und ich liebe dich.

 

dann bekomm ich plötzlich angst. bemerke das nichts unendlich ist. tick tack. möchte die zeit anhalten. dich festhalten. nie wieder los lassen. wir haben noch zeit. viel zeit. aber nicht genug. du hast mehr verdient. mehr besuche. mehr anrufe. mehr briefe. mehr umarmungen. mehr danke für alles.


ihr beide. du und opa. ihr seid ein wunderbarer teil von mir. vielleicht der schönste...«

 

Selbst wenn die Liebe grenzenlos ist. Die Zeit ist es nicht. Noch vor einigen Jahren hat mir das nichts ausgemacht. Zumindest habe ich selten darüber nachgedacht. Aber dann bin ich Mutter geworden und plötzlich passiert genau das, wo vor alle gewarnt haben: Genieß die Zeit, hörst du? Sie ist so schnell vorbei.


Und dann ist er da, der Stich im Herzen. Die Erkenntnis, dass nichts unendlich ist. Ich habe Angst vor dem Tag an dem ich etwas verliere, was schon immer Teil meines Lebens war. Meine Großeltern. Ich versuche den Gedanken zu verdrängen, weil er mir die Tränen in die Augen treibt aber dann lass ich ihn zu. Denn er macht mich achtsam:

Jeden Tag genießen. Jede Minute schätzen. Nichts bereuen müssen.
 

Wie gehen wir also damit um, dass alles endlich ist? Was machen wir aus der Angst, etwas zu verlieren, das wir so lieben? 

Wir nehmen die Angst an. Als wichtigen Teil von uns. Als Kompass.
Wir können nichts daran ändern, dass es weh tun wird, wenn der Tag gekommen ist. Wir können uns nicht einmal darauf vorbereiten. Nichts daran ändern.

 

Aber wir können uns daran erinnern, dass es für alles ein letztes Mal gibt. Dass man für gewöhnlich nie weiß, wann das ist. Und dass die Liste der Dinge, die man dann gern noch gesagt oder getan hätte lang ist.

Sagen wir es heute, nicht morgen. Tun wir es jetzt, nicht irgendwann!

Tante Trudi
#kopfkarussell 

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