Nichts ist unendlich...

»du bist zu hause. für mich. warst immer da. für mich. liebst mich. und ich liebe dich.

 

dann bekomm ich plötzlich angst. bemerke das nichts unendlich ist. tick tack. möchte die zeit anhalten. dich festhalten. nie wieder los lassen. wir haben noch zeit. viel zeit. aber nicht genug. du hast mehr verdient. mehr besuche. mehr anrufe. mehr briefe. mehr umarmungen. mehr danke für alles.


ihr beide. du und opa. ihr seid ein wunderbarer teil von mir. vielleicht der schönste...«

 

Selbst wenn die Liebe grenzenlos ist. Die Zeit ist es nicht. Noch vor einigen Jahren hat mir das nichts ausgemacht. Zumindest habe ich selten darüber nachgedacht. Aber dann bin ich Mutter geworden und plötzlich passiert genau das, wo vor alle gewarnt haben: Genieß die Zeit, hörst du? Sie ist so schnell vorbei.


Und dann ist er da, der Stich im Herzen. Die Erkenntnis, dass nichts unendlich ist. Ich habe Angst vor dem Tag an dem ich etwas verliere, was schon immer Teil meines Lebens war. Meine Großeltern. Ich versuche den Gedanken zu verdrängen, weil er mir die Tränen in die Augen treibt aber dann lass ich ihn zu. Denn er macht mich achtsam:

Jeden Tag genießen. Jede Minute schätzen. Nichts bereuen müssen.
 

Wie gehen wir also damit um, dass alles endlich ist? Was machen wir aus der Angst, etwas zu verlieren, das wir so lieben? 

Wir nehmen die Angst an. Als wichtigen Teil von uns. Als Kompass.
Wir können nichts daran ändern, dass es weh tun wird, wenn der Tag gekommen ist. Wir können uns nicht einmal darauf vorbereiten. Nichts daran ändern.

 

Aber wir können uns daran erinnern, dass es für alles ein letztes Mal gibt. Dass man für gewöhnlich nie weiß, wann das ist. Und dass die Liste der Dinge, die man dann gern noch gesagt oder getan hätte lang ist.

Sagen wir es heute, nicht morgen. Tun wir es jetzt, nicht irgendwann!

Tante Trudi
#kopfkarussell 

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Kommentare: 2
  • #1

    Jochen (Dienstag, 26 Januar 2016 13:00)

    So viel Wahrheit in ein paar Zeilen...

  • #2

    Christina (Dienstag, 09 Februar 2016 16:23)

    Das hast du schön geschrieben.
    Es kann jederzeit jeden von uns treffen... Leider vergisst man es viel zu oft...